Der Zwergwidder oder Widderzwerg
1964 kamen die ersten Widderzwerge nach Deutschland, nachdem der Holländer Adrian de Cock aus Tilburg, 12 Jahre lang intensiv an dieser Neuzüchtung "gearbeitet" hat.
1966 hat er sein Zuchtziel selbst definiert: eine Zwergform des deutschen Widders sollte es sein. Ein Tier mit kräftigem, schweren Kopf, guten Kronen, fleischigen Ohren, in Schulter- und Hinterpartie gut gefüllt, mit kräftigen Läufen, aber mit einem Gewicht von nur einem Fünftel der großen deutschen Widder. Es sollten Zwergkaninchen werden, im Widdertyp bleibend, mit einem Gewicht von ca. 2 -3 Pfund. (DZK, Ausgabe Kaninchen 24/1966)
Die ersten 4 vorgestellten "Hangoor Dwerge" waren von einer erstaunlich guten Qualität. Sie hatten ein Gewicht von ca. 1,5kg und de Cock bekam die Anerkennung durch die niederländische Standardkommission. Die Nachfrage aus Deutschland und der Schweiz ließ nicht lange auf sich warten und so kamen 1964 die ersten Widderzwerge nach Deutschland. Genotypisch lag allerdings eine Spalterbigkeit vor, die die deutschen Züchter vor Probleme stellte. Die ersten deutschen Zwergwidder, die einigermaßen "gut" aussahen, sah man 8 Jahre später auf einer Ausstellung in Essen. Die Anerkennung als Rasse durch eine Standardkommission war im Jahr 1973. Und in diesem Jahr begann der Aufstieg der deutschen Widderzwerge. Viele deutsche Züchter haben an der zahlenmäßigen Verbreitung, an der qualitativen Verbesserung und der Entwicklung der verschiedenen Farbschläge gearbeitet.
40 Jahre sind seit der ersten Präsentation vergangen und 30 Jahre seit der Anerkennung als Rasse durch den ZDK. Aber der ideale Größenrahmen ist in vielen Zuchten noch nicht erreicht. Als "ideal" ist wohl ein Gewicht zwischen 2kg und 1,5kg anzusehen. Aus Erfahrung weiß der Züchter, daß alles was darunter liegt mit niedriger Wurfgröße, Schwergeburten mit Todesfolge, Kümmerlingen (Zwerg-Faktor) "bezahlt" werden muß. (Auszüge aus "Zwergwidder" von Oertel und Spörer)
Als "gut durchgezüchtet", das heißt einheitlich in Typ und Farbe, kann man eigentlich nur die anerkannten Farben nennen, wie: Grau, Hasenfarbig, Weiß RA, Weiß BA, Schwarz, Blau, Chinchilla, Havanna, Perlfeh, Fehfarbig, Thüringerfarbig, Gelb, Rot, Hototfarbig, Japanerfarbig, Rhönfarbig, Gescheckt, Weißgrannenfarbig, Lohfarbig, Marderfarbig, Siamesenfarbig, Russenfarbig und Schwargrannenfarbige Zwergwidder.
Alle anderen Farb- und Felltypen sind noch sehr uneinheitlich, das trifft auch auf den Satinzwergwidder zu. Um den wunderschönen Satinglanz des Satinfells zu erreichen wurden Satinrassen eingekreuzt, die es nur in der Stehohrigen Variante als anerkannte Rasse gibt. Versuche mit Angorakaninchen und Cashmerefelltypen und ähnlichem führten zu zweifelhaften Ergebnissen. Ist das Zuchtziel des Satinzwergwidders erreicht, präsentiert sich die "Rasse" als edel und seidig in seiner Fellstruktur und gutmütig und ausgeglichen im Wesen. Nach unserem heutigem Wissen ist das Satinkaninchen durch Mutation entstanden, anders als das Rexkaninchen, welches durch ein Gendefekt entstanden sein soll.
Weitere Informationen über den "Satinwidder" folgen
Hier mal ein Link zu einer Seite, auf der Sie auch "Geschichtliches" zu der Rasse finden und noch einige Informationen mehr.
http://de.wikipedia.org/wiki/Satinkaninchen
06.06.2010------------Nachdem ich nun einige Jahre Satinzwergwidder halte und züchte kann ich die Besorgnis einiger Züchter, in Bezug auf die Gesundheit der Satinkaninchen, nicht bestätigen. Ich habe zwar noch keine 10 oder 12 Jahre alten Tiere, aber Blue Smoke, mein erster Satinwidder, ist nun 5 Jahre alt und kerngesund! Die Würfe der Satinwidder sind genauso groß und kräftig wie von den "Normalhaartieren". Bei einigen meiner Tiere erkenne ich zu Zeiten des Fellwechsels eine große Verschlechterung der Fellqualität. Ich habe noch nicht herausfinden können womit dieses zusammenhängt. Allerdings nur bei den Rammlern...??Meine Rammlerhaltung unterscheidet sich aber von meiner Häsinnenhaltung dadurch, daß sie den verschiedenen Witterungseinflüssen viel stärker ausgesetzt sind. Zur Zeit halte ich Gesche, Satinzwergwidderhäsin in feh-otter, allerdings auch draußen und bei ihr kann ich keine Fellverschlechterung erkennen. Sie glänzt wie eine Speckschwarte... Ich werde dieses Phänomen weiter beobachten und bin vielleicht in einigen Jahren schlauer. Dann werde ich das an dieser Stelle veröffentlichen.Ansonsten bin ich mit der Vitalität meiner Tiere sehr zufrieden!